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Inhalt des Seminars

In lösungsfokussierten Gesprächen lenkst du die Aufmerksamkeit deines Gegenübers konsequent und systematisch auf die Aspekte, die als wünschenswerte Lösungen in Betracht kommen und/oder bereits gut funktionieren. Anstatt dich in Problemanalysen zu verfangen, was bei kritischen Gesprächsanlässen allermeist zu Konflikten, Schuldzuweisungen und damit verbundenen Widerständen und persönlichen Angriffen führt, liegt der Schwerpunkt lösungsfokussierter Gespräche sofort und konsequent auf dem, was die Beteiligten anders machen möchten und besser machen können.

Da gute Lösungen in seltensten Fällen Teile des Problems sind, gewinnen Probleme nur noch so weit Raum und Beachtung, wie es für das Befinden des Klienten wichtig ist. An die Stelle genauer Problemanalysen tritt vielmehr die Erforschung von Lösungsoptionen und den damit direkt verbundenen Unterschiedserfahrungen. Denn wenn sich bessere Konstellationen entwerfen lassen als die problematisch erlebten, wird das, was den wirklichen Unterschied ausmacht, wahrnehmbar und erlebbar – und dieses konkrete Erleben, Lösungen aktiv gestalten zu können, motiviert die Beteiligten und führt in der Regel auch zu beschleunigten Umsetzungsprozessen.

Die Entwickler dieses Ansatzes, der Kreis um Steve de Shazer und Insoo Kim Berg in Milwaukee, hatten von Anfang an das Ziel, Lösungsprozesse gestalten zu können, die sich strikt daran orientierten, was den Beteiligten gut tut, möglichst schnell und möglichst unkompliziert zum gewünschten Resultat führt und sie in ihrer Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortlichkeit, dies auch erreichen zu können, ganz ernst nimmt.

In sozialen, zwischenmenschlichen Fragen macht die Erforschung von Problemursachen lediglich oft überhaupt keinen Sinn mehr. Wenn du schon einmal beim Versuch, zwischen zwei Streithähnen zu schlichten, erfahren hast, wie mühselig und letztlich erfolglos es ist herauszufinden, wer oder was letztlich das Problem verursacht hat, ist dir sofort klar, dass dieser Weg nicht zwingend weiterführt. Im lösungsfokussierten Gespräch werden keine Schuldigen generiert, sondern alle Beteiligten als kompetente und selbstverantwortliche „Lösungs-Architekten“ gesehen, die in der Regel über hinreichende Expertisen verfügen, um wünschenswerte und konstruktive Zielzustände entwickeln zu können. Dazu brauchen wir das Problem womöglich gar nicht mehr, denn „die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems“ (Wittgenstein). Hat tatsächlich jemand etwas „verbockt“, wird er nicht als Schuldiger stigmatisiert, sondern aktiv beteiligt am Aushandeln und Gestalten einer besseren Zukunft. Wie motivierend solche Wege sein können, kennen wir alle aus eigenen Erfahrungen.

Das bedeutet keinesfalls, dass problematische Verhaltensmuster in solchen Gesprächen „weichgespült“ werden: Der Rahmen für das, was wünschenswert ist, kann weit gefasst werden, wenn die Expertise des Gesprächspartners für die Entwicklung von Lösungsoptionen wichtig und gegeben ist. Ebenso gut kann er sehr eng gehalten und sogar vorgeschrieben werden, wenn der Gesprächspartner verbindliche Rahmenfaktoren (etwa arbeitsrechtliche oder ausbildungsbezogene Vorgaben und Auflagen) missachtet und verweigert, kurzum wenn er nicht „mitspielt“, obwohl dies unumgänglich wäre.

Genau das macht die lösungsfokussierte Gesprächsführung zu einem Erfolgskonzept bei schwierigen Gesprächen: bei Kritikgesprächen, konfliktbestimmten Auseinandersetzungen, Besprechungen jeglicher Art, bei denen kritische Emotionen im Spiel sind und Impulse „auszuteilen“ oder „persönlich zu werden“. Das kann ein Elterngespräch an der Schule sein, die Behandlung einer Reklamation, ein klärendes Gespräch zwischen Konfliktpartnern, ein Coaching- und Beratungsgespräch oder auch so manches Verkaufsgespräch.

In meinem Seminar sollst du einen Überblick über die Instrumente und Interventionstechniken der lösungsfokussierten Gesprächsführung erhalten und damit den Ablauf eigener Gespräche strukturieren und gestalten. Die Techniken werden erläutert und demonstriert und anschließend in Gruppen trainiert. Jeder nimmt dabei die Rollen des Klienten und Coachs bzw. des Beraters ein, um aktiv die Wirkungen solchermaßen geführter Gespräche unmittelbar erleben zu können. Wie dabei vom Coach die Aufmerksamkeit des Klienten systematisch auf Lösungsansätze und Ressourcenfindung gelenkt wird, lässt sich am besten aus der dritten Perspektive des Beobachters nachvollziehen, der auch erkennt, wie der Arbeitsprozess in jedem Moment zielsicher den aktuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen des Klienten angepasst werden kann, ohne die konsequente Lösungsorientierung aus dem Auge zu verlieren.

Zumal das „Schwierige“ am schwierigen Gespräch die emotionale Situation ist, in die das eigentliche Gespräch eingebettet ist, gehen wir auf diese Wirkfaktoren ebenfalls ein und nutzen ihren Wert als Informationen, um geeignete Formen, damit umzugehen, finden zu können. In das Training der lösungsfokussierten Gesprächsführung werden solche emotionalen Attacken und Störungen mit integriert.

Informationen

Trainer

Dr. Guido Schneider

Trainer und Coach

Termine

Frühjahr-Termin: 15.05. und 16.05.24 (jeweils von 9.00 – 17.00 Uhr).

Herbst-Termine:

15.08. und 16.08.24 (jeweils von 9.00 – 17.00 Uhr)
05.09. und 06.09.24 (jeweils von 9.00 – 17.00 Uhr)
28.11. und 29.11.24 (jeweils von 9.00 – 17.00 Uhr)

Ort

Die Veranstaltung wird durchgeführt in Räumen der Gedankenschlüssel UG, Schumanstraße 16, 52146 Würselen. (Die Räume sind barrierefrei mit Aufzug zu erreichen.) Änderungen behalten wir uns vor.

Kursgebühr

250,- € zzgl. gesetzl. MwSt.

Die Teilnehmerunterlagen werden digital zur Verfügung gestellt.
Es gelten unsere AGB.

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Hinweise

Anmeldung: Für deine verbindliche Anmeldung verwende bitte das Anmeldeformular in der Kurzinformation oder schick uns eine Email mit Angabe aller relevanten Kontaktdaten und der gewünschten Fortbildung.

Anmeldeschluss ist ist der 30.04.24 (Frühjahr-Termin) und 04.09.24 (Herbst-Termin).

Mindestteilnehmerzahl: 4

Zielgruppen: Führungskräfte, Personalverantwortliche, BeraterInnen, Coaches, Teamleiter, Lehrkräfte

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